Macht alleine Reisen eigentlich Sinn?
Um das wirklich zu beantworten, braucht es, glaube ich, sehr viel Zeit.
Vier ganze Wochen war ich nun alleine in unserem Camper unterwegs. Nicht ganz alleine – Teddy, unsere 12 jähriger Shiba Inu war natürlich immer bei mir. Aber bis auf ein paar Gespräche und Spaziergänge mit dem Hund war ich nun mit mir allein. Und ganz ehrlich? Ich habe mir wirklich auf die Zeit gefreut. Nicht, dass ich nicht dankbar bin für unsere Beziehung – nein, ganz im Gegenteil. 16 Jahre gehen (oder fahren) wir jetzt schon zusammen durch die Welt. Noch nie waren wir so lang voneinander getrennt, wie dieses Mal. Noch nie war ich so lang alleine mit mir, meinen Gedanken, meinen Routinen und Ritualen, die sich mit der Zeit von ganz alleine einschleichen…
Aber was mir gerade jetzt, in den letzten Tagen durch den Kopf ging, als ich darüber nachdachte, was diese vier Wochen eigentlich mit mir gemacht haben – ob das jetzt gut war oder nicht oder was mir das vielleicht für neue Einsichten gebracht hat… Ich bin mir nicht sicher.
Nach ca. zweieinhalb Wochen kam der Punkt, an dem ich durch die Fotos der letzten Tage scrollte und bemerkte, wie viel ich umhergefahren bin und was ich alles gesehen hatte, an dem ich dachte: “wozu das ganze eigentlich?”.
Das alles macht mir echt Spaß und ich freu mich immer wieder über coole Landschaften oder einfach eine entspannte Fahrt durch die Berge. Ich freu mich, wenn ich einen Esel stehen sehe, einen Schwarm Störche (nennt man das so…?) über mir am Himmel oder auch ein schönes altes Dorf irgendwo auf einem Hügel. Oft mache ich dann Fotos. Oft teile ich sie auch. Meistens bekomme ich Feedback darauf. Immer ist es positiv. Aber was genau bringt mir und den anderen das?
Nach diesen ersten paar Tagen bzw. Wochen hatte ich das Gefühl, dass in dem ganzen Reisen irgendwie der Sinn fehlt, wenn ich doch ganz alleine bin und niemand das alles miterleben kann. Es ist niemand da, mit dem man sich darüber austauschen kann. Keiner kann diese Momente nachempfinden, weiß, wie nah der Adler da gerade über meinem Kopf gekreist ist oder wie hoch diese Felswand neben mir ist.
Diese letzten vier Wochen hinterlassen ein wirklich ambivalentes Gefühl. Auf der einen Seite ist es total befreiend, den Tag weitestgehend so zu gestalten, wie man das möchte und den ganzen, wenigen, Raum in unserem Bus für sich hat (wenn der Hund nicht wieder quer vor der Küche liegt) und nicht ständig eine Choreographie vollführen muss, um aneinander vorbei zu kommen. Auf der anderen Seite fehlen aber die Momente, in denen wir uns einfach spontan in ein Café oder in eine Bar setzen und über Gott und Welt quatschen…
Es gäbe noch so unglaublich viel zu erzählen, aber ich denke, ich stoppe genau hier und frage dich: Woran merkst du, wann es Zeit wird, wieder soziale Interaktion zu bekommen – am besten mit Menschen, die du liebst?
Bist du vielleicht selbst auf Reisen? Lebst du in einem Van, Wohnmobil oder bsit anderweitig mobil unterwegs? Dann hab ich vielleicht etwas für dich :)
Ich hab ein Journal entwickelt, welches Unterstützung bietet im planen deines Alltags auf Reisen. Es enthält über 50 Reflektionfragen über das gesamte Journal verteilt. Immer dann, wenn du vielleicht garnicht damit rechnest.
Es bietet dir Werkzeuge zum festhalten deiner Gewohnheiten, zum Vorausplanen deiner Monate, zum strukturieren der Woche und festhalten von Orten, Routen, Erlebnisse und Herausforderungen.
All das mit Ziel, dich zu hinterfragen und festzustellen, was das Ganze mit der macht. Ich würde mich freuen, wenn du mal vorbeischaust 🙃
— Danke und bis bald




